30 Jahre Kolpingsfamilie Unterföhring

Das Kolpingwerk hat das Jahr 2013 zum „Jubiläumsjahr“ ernannt. Nicht weil unsere Kolpingsfamilie  auf „junge“ 30 Jahre zurückblicken kann, sondern weil wir in diesem Jahr – am 8. Dezember – den 200. Geburtstag Adolph Kolping feiern können.

Schon als Adolf Kolping vor über 150 Jahren Gesellenvereine gründete, wollte er den Menschen dort dreierlei anbieten: einen Lebensraum und ein Lernfeld, wo man Gemeinschaft und Solidarität erfahren und erleben kann. Ebenso wollte er Hilfestellung in der allgemeinen wie berufsbezogenen Bildung geben, alles verbunden mit einem religiösen christlichen Fundament.

Die Zeit hat sich geändert, nicht aber der Grundgedanke Adolf Kolpings. Aus dem Gesellenverein von damals ist eine familienhafte Gemeinschaft geworden. Ob alt oder jung, ob Frau oder Mann, ein jeder ist willkommen und wird aufgenommen.

Das Wirken des Kolpingwerkes richtet sich schwerpunktmäßig auf die Bereiche Arbeit und Beruf, Ehe und Familie, Gesellschaft und Staat, Kultur und Freizeit. Die Mitglieder einer Kolpingsfamilie sollen sich als Christen in Beruf, Familie, Kirche, Gesellschaft und Staat bewähren. Ein jedes Mitglied soll sich, je nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten für die sozialen Belange in unserer Gesellschaft einsetzen.

Adolph Kolping steht am Anfang der Geschichte dessen, was wir heute Internationales Kolpingwerk nennen. Er hat damals die katholischen Gesellenvereine ins Leben gerufen und Frauen und Männer seiner Zeit von seinen Ideen begeistert und motiviert mitzuarbeiten.

Vor nicht ganz 40 Jahren hat Pfarrer Erzgräber, bald nachdem er neuer Pfarrer in Unterföhring wurde, in seiner neuen Pfarrei versucht, Leute für den Menschen Adolph Kolping sowie für die Kolpingarbeit zu begeistern. 10 Jahre später – am 10.09.1983 wurde in Unterföhring eine Kolpingsfamilie von 40 Unterföhringer Bürgerinnen und Bürgern gegründet. Heute sind noch 25 Gründungsmitglieder Mitglied der Kolpingsfamilie. Die Mitgliederzahl ist von 40 auf 92 Mitglieder gewachsen.

30 Jahre Vereinsjubiläum – das ist für manchen Traditionsverein nicht viel – wir sind jedoch stolz auf diese aktiven Jahre Vereinsgeschichte.

Viele Aktionen von der Gründungszeit sind in der Zwischenzeit schon Tradition in Unterföhring geworden, so z.B. der Kinderfaschingsball, die Altkleider- und Altpapiersammlungen, das Nikolausgehen und die Teilnahme am Unterföhringer Christkindlmarkt.

Neu hinzugekommen sind im Laufe der Zeit der Second-Hand-Basar, das Aufstellen der Kleidercontainer im Unterföhringer Gemeindegebiet, der Osterbasar mit Solidaritätsessen sowie die Lehrstellenbörse. Auch diese Aktionen werden sehr gerne von der Unterföhringer Bevölkerung angenommen.

Da neben dem Religiösen und den vielen Aktivitäten auch das Feiern nicht zu kurz kommen darf, stand am Sonntag, den 14.07.2013  der Tag unter der Jubiläumsfeier „ 30 Jahre Kolpingsfamilie Unterföhring“.

Mit einem feierlichen Gottesdienst auf der Pfarrwiese, zelebriert vom amtierenden Präses Pater Franz Unfried sowie dem Ehrenpräses und Gründer der Kolpingsfamilie Johannes Erzgräber, wurde die Jubiläumsveranstaltung begonnen. Ein Genuss war die musikalische Gestaltung der Modern-Gospel Formation „SOUND GOES SPIRIT“ aus Pfaffenhofen a.d. Ilm. Das eigene Banner sowie das der Patenkolpingsfamilie Ismaning und der KF Englschalking gaben einen würdigen Rahmen.

Wir möchten an dieser Stelle nochmals allen, angefangen von den Zelebranten des Gottesdienstes, bis hin zu den Ministranten, Bannerträgern und Mitgestaltern des Gottesdienstes recht herzlich danken!

Recht herzlichen Dank auch den Männern der Freiwilligen Feuerwehr, die am Vormittag schnell die großen Marktschirme der Gemeinde von ihrem Festplatz am Samstag zu uns herübertransportierten und es damit den Gottesdienstbesuchern ermöglichten, möglichst im Schatten zu sitzen!

Über 120 Gäste füllten im Anschluss den Pfarrsaal, in dem eine interne Jubiläumsveranstaltung stattfand. Nach einer kurzen Begrüßung ließen sich unsere Gäste das hervorragend zubereitete Essen vom Dellerhof, Ismaning, schmecken.

In seinem Grußwort würdigte 2. Bürgermeister Thomas Weingärtner in Vertretung von Herrn Bürgermeister Schwarz die Arbeit der Kolpingsfamilie innerhalb der Gemeinde. Thomas Weingärtner gehört zu den Gründungsmitgliedern unserer Kolpingsfamilie.

Unser Ehrenmitglied Pfarrer Erzgräber erinnerte sich in seinem Grußwort an seine ersten Begegnungen mit Kolping im Laufe seiner Kaplan- und Priesterzeit. Als Kaplan in Olching gab in seinerzeit die dort ansässige Kolpingsfamilie eine Heimat. Er ist glücklich und dankbar, dass „seine“ Kolpingsfamilie auch nach 30 Jahren Bestehen auf ein aktives Vereinsleben zurückblicken kann und sich im Laufe der Zeit auch vergrößern konnte.

Stellvertretend für die Unterföhringer Vereine übermittelte Vereinssprecher Stefan Ganser seine Glückwünsche und überbrachte ein Geschenk. Er betonte, dass die Kolpingsfamilie im Unterföhringer Vereinsleben einen festen Bestand hat. Besonders lobte er die Mitglieder dafür, dass die Hütte der Kolpingsfamilie am Unterföhringer Christkindlmarkt noch eine der wenigen ist, die selbst gebastelte Ware zum Verkauf anbietet – neben den traditionellen Eierlikör.

Auch die Vorsitzende der KF Ismaning sowie der Vorsitzende der KF Englschalking richteten ein kleines Grußwort an unsere Mitglieder und überbrachten ein Geschenk.

Im Rahmen des offiziellen Teils wurde Markus Schweikl für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt, ebenso wurden nachträglich für ihr silbernes Vereinsjubiläum Christl und Stefan Ganser beglückwünscht. Dieter Petzka wurde offiziell durch Anstecken der Vereinsnadel als neues Mitglied aufgenommen.

Den Abschluss des Tages bildete ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.

Die Kinder vergnügten sich auf der Hüpfburg und am Wasserplanschbecken. An dieser Stelle möchten wir uns bei der Familie Spitzweg recht herzlich für das Ausleihen der Hüpfburg bedanken!

Ebenso recht herzlichen Dank an allen fleißigen Helferinnen und Helfern an diesem Tag!

Bilder vom Jubiläum

 

Bericht Münchner Merkur

Kolpingsfamilie feiert Jubiläum und freut sich über Zuspruch

Unterföhring – Die Seligsprechung Adolf Kolpings am 27. Oktober 1991 durch Papst Johanns Paul II zählt zu den erhebendsten Momenten, die Ilse Geier in Erinnerung geblieben sind. Vier Mal waren sie mit der Kolpingsfamilie (KF) bisher in Rom. Doch die Reise im Herbst 1991 sei etwas Besonderes gewesen, erzählt die KF-Vorsitzende beim Fest zum 30. Gründungstag der Kolpingsfamilie in Unterföhring.

Während Ilse Geier an die Fahrt mit dem Doppeldecker denkt, an Rom und die Feierlichkeiten auf dem Petersplatz, streift sich Johannes Erzgräber gerade sein Ornat über. Der 78-jährige Pfarrer im Ruhestand hob die Kolpingsfamilie vor 30 Jahren in Unterföhring aus der Taufe. Bei dem Jubiläumsfest auf dem Rasen neben dem Pfarramt St. Valentin nimmt Erzgräber neben Pater Franz Unfried, dem Präses der Kolpingsfamilie, eine zentrale Rolle ein. Auch Johannes Erzgräber hat diesen Ausflug nie vergessen. Für ihn zählt die Rom-Fahrt 1991 zu den Höhepunkten seiner Pfarrerslaufbahn. Unter Johannes Erzgräbers Regie schlossen sich vor 30 Jahren 40 Unterföhringer zur Kolpingsfamilie zusammen. Heute zählt der Verbund 92 Mitglieder. 25 von ihnen waren schon bei den Gründungsfeierlichkeiten dabei. „Wir verstehen uns als sozialer Verband“, sagt Ilse Geier. Die Kolpingsfamilie engagiere sich für benachteiligte Menschen, für Alte und Schwache, für Alleinerziehende und Familien mit Kindern. „Kolping sagt: Sei ein guter Christ, wo immer es nur möglich ist, in der Familie, dem Beruf, ja, selbst in der Politik.“ Besonders stolz ist die KF-Vorsitzende darauf, dass die Kolpingsfamilie in Unterföhring trotz ihrer verhältnismäßig jungen Geschichte gegen etablierte Traditionsvereine bestehen kann. „Unsere Mitglieder sind zwischen einem und 85 Jahre alt“, sagt Ilse Geier, die es toll findet, wenn Enkel und Großeltern bei KF-Veranstaltungen Zeit miteinander verbringen: „Ganze Familie gehören zu uns.“ Zuletzt hätten gerade junge Eltern den Weg zur Kolpingsfamilie gefunden. „An einem Tag hatten wir zwölf Neuaufnahmen“, berichtet Ilse Geier und ist stolz auf den Zuspruch. Wer zu Kolping kommt, der will auch helfen, fährt die KF-Vorsitzende fort: „Die soziale Einstellung, das ist es, was uns ausmacht und was uns auszeichnet.“